Social Washing Gegenbeispiel inklusives Briefsortierzentrum

Wenn Unternehmen nicht so inklusiv sind, wie sie tun – der Begriff Social Washing erklärt

22. September 2026

  • Social Washing ist der Oberbegriff für vorgetäuschtes oder übertrieben in Szene gesetztes gesellschaftliches Engagement – Greenwashing ist eine seiner bekanntesten Erscheinungsformen, bezogen auf Umwelt- und Klimaaussagen.
     
  • Die entscheidende Frage bei jeder Kooperation zwischen Wirtschaftsunternehmen und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen lautet: Steckt echte Inklusion dahinter, oder dient sie vor allem der Imagepflege?
     
  • Für Kooperationen zwischen Werkstätten und Unternehmen gibt es keine gesetzlich fixierte Social-Washing-Definition, aber anerkannte Prüf-Leitfragen und rechtliche Rahmenbedingungen wie die CSRD/ESRS.
     
  • Entscheidend ist immer der Abgleich zwischen Kommunikation und tatsächlichem Handeln im Kerngeschäft, nicht die einzelne PR-Aktion.
     
  • Bundesweite Auszeichnungen wie der Inklusionspreis für die Wirtschaft des Bundes und der Inklusionspreis des Landes Berlin heben Unternehmen hervor, deren Engagement diesen Kriterien entspricht.
     
  • Nach der 2026 geänderten EU-Regelung betrifft die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung künftig vor allem Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Millionen Euro Nettoumsatz. Das schafft mehr Überprüfbarkeit bei den großen Akteuren.

Was ist Social-Washing?

Manche Firmen tun nur so, als würden sie sich für Menschen mit Behinderung einsetzen. Das nennt man Social-Washing.

Die Firma zeigt nach außen ein gutes Bild.
Aber im Alltag ändert sich nichts.

Ein Beispiel: Eine Firma macht Werbung mit Bildern von Menschen mit Behinderung.
Aber die Firma stellt selbst keine Menschen mit Behinderung ein.

Greenwashing ist eine besondere Art von Social-Washing.
Dabei tut eine Firma nur so, als sei sie umweltfreundlich.

Woran erkennt man echtes Engagement?

  • Die Firma arbeitet lange mit einer Werkstatt zusammen.
  • Die Werkstatt bekommt genug Geld für ihre Arbeit.
  • Menschen aus der Werkstatt können auch in der Firma arbeiten.
  • Die Firma zeigt Zahlen und Fakten. Nicht nur schöne Worte.

Ein gutes Beispiel

Mosaik-Berlin arbeitet seit vielen Jahren mit der Firma Knalle zusammen.
Dort werden Popcorn-Tüten verpackt und verschickt.
Ein Mann aus der Werkstatt arbeitet jetzt direkt bei Knalle.
Er heißt André Schneider.

Warum ist das wichtig?

Echte Inklusion braucht mehr als gute Werbung.
Echte Inklusion zeigt sich im Alltag.


 

 


Über den Autor

Thomas Hocke schreibt, seit er als 13-Jähriger seine ersten Kurzgeschichten ausprobierte, und arbeitet seit vielen Jahren regelmäßig an Texten. Er leitete eine Online-Schreibgruppe, veröffentlichte über mehrere Jahre Kurzgeschichten und nimmt bis heute an Schreibprojekten teil. Außerdem betreibt er ein privates Weblog zu Politik und Kultur. Nach einem Berufswechsel in die Öffentlichkeitsarbeit arbeitet er seit 2025 bei Mosaik und ist Mitglied unseres Blog-Teams.
 

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Thomas Hocke

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