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Jeder ist ein Teil des Ganzen

Magdalena und Merle in der Fördergruppe Kohlfurter Straße

Erfahrungsbericht: Ein Tag im Leben einer FSJlerin in der Mosaik Fördergruppe Kohlfurter Straße
FSJ 2016/17

Es ist sieben Uhr zwanzig; wir kommen noch etwas verschlafen in der Fördergruppe Kohlfurter Straße an. Wir begrüßen unsere Kollegen und erfahren, welcher Gruppe wir heute zugeteilt sind. Das, um diese Uhrzeit noch leere Haus, hat zwölf Gruppen, die in vier Einheiten zu je drei Gruppen mit jeweils ca. zehn Fördergruppenteilnehmern aufgeteilt sind. Jeder der Gruppen hat eine Gruppenleiterin und einen Gruppenleiter. Wir FSJlerinnen sind jeweils einer dieser Einheiten zugeteilt.
Inzwischen ist es sieben Uhr dreißig. Der Arbeitstag beginnt. Die Türen werden geöffnet und die ersten Fördergruppenteilnehmer kommen in ihre Gruppe. Mittlerweile kennen sie uns und wir werden begrüßt. Einigen helfen wir beim Auspacken ihrer Sachen und dem Ablegen ihrer Jacken.
Um acht Uhr treffen wir uns in der Sofaecke unserer Einheit mit dem kleinen Team zur Frühbesprechung.
Die Uhr zeigt acht Uhr dreißig und wir gehen in die jeweiligen Gruppen zum Frühstück. Nach dem Frühstück werden Aufgaben verteilt. Der Abwasch muss erledigt und der Tisch gewischt werden. Manche der Teilnehmer suchen sich selbst eine Arbeit, andere unterstützen wir dabei. Morgen ist wieder Kochtag; daher laufen wir mit einer kleinen Gruppe los, um die zuvor gemeinsam ausgewählten Zutaten einzukaufen.
Es ist elf Uhr dreißig und wir gehen in die Mensa, um Mittag zu essen. Manche Fördergruppenteilnehmer benötigen Hilfe beim Anreichen des Essens oder beim Kleinschneiden. Nach dem Essen beginnt eine weitere Arbeitsphase. Wir gehen mit ein paar Fördergruppenteilnehmern in den Garten und spielen Fußball.
Gegen vierzehn Uhr fünfzehn treffen wir uns in der Abschlussrunde zu Kaffee, Tee oder Wasser.  
Vierzehn Uhr dreißig: „Feierabend!“ ruft ein Fördergruppenteilnehmer. Alle beginnen ihre Sachen zusammenzupacken und sich anzuziehen.
Die ersten Fahrer kommen herein. Es ist jetzt vierzehn Uhr fünfundvierzig.
Bis fünfzehn Uhr wurden fast alle abgeholt. Wir FSJler haben Feierabend.

Magdalena, 22
Als ich für das Wintersemester keinen Studienplatz bekommen habe, blieb mir nur die Möglichkeit sich für ein FSJ zu bewerben. So landete ich doch recht schnell in der Mosaik-Fördergruppe in der Kohlfurter Straße. Durch mehrere Telefonate und einen Hospitationstag, durfte ich meinen Vertrag auch schon unterschreiben.
Seit dem ersten Tag an oder schon nach wenigen Stunden, fühlte ich mich pudelwohl und am richtigem Platz. Ich begriff recht schnell das, dies das Beste ist was mir nach dem Abi hätte passieren können. Denn jetzt weiß ich welchen zukünftigen Weg ich gehen möchte.
Meine Arbeit besteht darin den Fördergruppenteilnehmern Hilfestellung anzubieten, ebenso sie auch zu motivieren. Auch helfen wir einigen Teilnehmern, bei der Anreichung der Mahlzeiten oder begleiten sie in die Pflege (die jedoch nicht so intensiv ist, wie anfangs gedacht ;))Für das Gruppenfrühstück oder für den Kochtag muss meist ein Tag vorher gemeinsam eingekauft werden. Auch dabei ist jeder Einkauf oder Spaziergang ein eigenes Erlebnis, der ohne Spaß kaum wegzudenken ist. Wenn im Sommer schönes Wetter ist, wird generell der Garten zur Verfügung gestellt, besonders am Nachmittag kurz vor der Abholsituation.
Ich kann von meinen elf Monaten, in der ich in der Einrichtung als FSJ´lerin tätig war, nur positiv berichten und werde dieses Jahr immer als ein wunderschönes, lehrreiches Abenteuer wahrnehmen. Diese Zeit werde ich nie vergessen. Dafür danke ich !

Merle, 20
Ein Jahr voller Veränderungen, Erfahrungen und unvergesslichen Momenten liegt nun fast hinter mir. Angefangen habe ich das FSJ, da ich nach dem Abitur nicht wusste, was ich machen wollte. Ich wollte in Bereiche schnuppern, mit denen ich vorher noch nicht so sehr in Berührung gekommen war. Also bewarb ich mich, ohne große Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit Behinderung zu haben, in der Mosaik Fördergruppe in der Kohlfurter Straße. Anfangs hatte ich Angst viel falsch zu machen, besonders bei den Toilettengängen, bei welchen manche Fördergruppenteilnehmerinnen Hilfe benötigen. Rückblickend waren diese Ängste jedoch unbegründet, denn mir wurde am Anfang alles genau erklärt und gezeigt und ich habe erst, als ich sicher war, auch alleine bei den Toilettengängen geholfen. Vom ersten Tag an habe ich mich im Team wohl und gut aufgehoben gefühlt, alle sind sehr hilfsbereit und herzlich. Ich konnte stets mit jeder Art von Frage zu meinen Kollegen kommen und habe in diesem Jahr viel über die verschiedenen Krankheitsbilder lernen können. Ich konnte schnell spüren, dass ich in meiner Rolle sehr ernst genommen wurde und nicht bloß als ‚Aushilfskraft‘ gesehen wurde. In meiner Arbeit war ich sehr frei. Nachdem ich die ich die Förderpläne der Fördergruppenteilnehmer gelesen hatte und sie besser kannte, konnte ich selbstständig Aufgaben für die einzelnen Fördergruppenteilnehmerraus suchen. Auch Gesellschaftsspiele wie ‚Mensch-ärgere-dich-nicht‘ oder ‚Memorie‘ waren sehr beliebt und haben meistens großen Spaß bereitet, auch wenn ich sehr oft verloren habe. Natürlich gab es auch schwierige Situationen, aber auch da wurde ich nie alleine gelassen. Es war für mich die beste Entscheidung das FSJ zu machen, da ich nun weiß, dass ich auch in Zukunft im sozialen Bereich arbeiten möchte.