Nicht jede Kunst beginnt mit einem Pinsel. Im Beschäftigungs- und Förderbereich (BFB) Lübarser Straße in Berlin-Reinickendorf entstehen digitale Bilder durch einfache Bewegungen der Hände oder der Nase.
Dafür haben Teilnehmende aus dem BFB gemeinsam mit Studierenden der Medizininformatik der Technischen Hochschule Brandenburg eine digitale Anwendung entwickelt. Das Programm erkennt Gesten und übersetzt sie in Formen und Farben auf dem Bildschirm.
Der Ansatz ist klar: Digitale Gestaltung soll auch dann möglich sein, wenn eine Maus oder ein Stift nicht gut nutzbar sind.
Digitale Teilhabe praktisch gedacht
Viele digitale Angebote setzen voraus, dass Menschen bestimmte Bewegungen sicher ausführen können. Doch das ist nicht für alle selbstverständlich. Die Anwendung aus dem Projekt geht einen anderen Weg. Sie nutzt Bewegungen, die für die jeweilige Person möglich sind.
So können Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen eigene Bilder gestalten. Die Technik steht dabei nicht im Mittelpunkt. Wichtig ist, was sie ermöglicht: einen eigenen Zugang zu Kreativität.
Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Brandenburg
Das Projekt entstand im Rahmen eines Semesterprojekts mit der Technischen Hochschule Brandenburg. Zum Austausch gehörten Besuche an der Hochschule in Brandenburg an der Havel und am Mosaik-Standort in Reinickendorf.
Initiiert und begleitet wurde das Projekt von Ulrike Falke, Motopädin im BFB Lübarser Straße. Die Studierenden brachten ihr Wissen aus der Medizininformatik ein. Die Teilnehmenden aus dem BFB erprobten die Anwendung und gaben Rückmeldungen aus der Praxis.
Gerade diese Zusammenarbeit macht das Projekt stark. Es wurde nicht nur über digitale Teilhabe gesprochen. Sie wurde gemeinsam ausprobiert.
Erste Bilder sind am Standort zu sehen
Das Semesterprojekt ist inzwischen abgeschlossen. Im BFB Lübarser Straße läuft das Programm aktuell auf einem Laptop. Es wird in den begleitenden Angeboten weiter erprobt.
Einige Bilder aus dem ersten Gesten-Kunst-Labor sind bereits am Standort ausgestellt. Geplant ist, das Angebot weiterzuentwickeln und künftig mehr Teilnehmenden zugänglich zu machen.
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