Mosaik-Kiezhilfe rettet Kröten im Grunewald

BFB-Teilnehmer beim Ausfüllen des Protokolls im Rahmen des Amphibienschutz-Projekts der Mosaik-Kiezhilfe in Grunewald

Wenn im Frühjahr Erdkröten, Teichfrösche und Teichmolche zu ihren Laichgewässern wandern, wird es an vielen Straßen gefährlich für sie. An der Havelchaussee im Grunewald kümmert sich das Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin e. V. deshalb seit vielen Jahren um den praktischen Amphibienschutz. Je nach Witterung werden dort ab Februar Schutzzäune aufgebaut und Fangvorrichtungen kontrolliert. Die Tiere werden gezählt, dokumentiert und sicher in Richtung ihrer Laichgewässer gebracht. 

Seit 2025 ist auch die Mosaik-Kiezhilfe Teil dieses Einsatzes. Die Kiezhilfe gehört zum Beschäftigungs- und Förderbereich (BFB) von Mosaik. Sie ermöglicht Menschen mit komplexen Behinderungen und hohem Unterstützungsbedarf, außerhalb ihrer Einrichtungen aktiv zu sein: im Kiez, in sozialen Projekten oder bei Umweltaktionen. So entstehen sinnvolle Aufgaben mitten in der Gesellschaft. 

Einsatz an der Havelchaussee 

In der Saison 2026 unterstützten unsere BFB-Teilnehmenden einmal pro Woche die Kontrolle des Schutzzauns an der Havelchaussee. Die Strecke ist rund 650 Meter lang. Mehr als 50 in den Waldboden eingelassene Fallen mussten dabei kontrolliert werden. 

Vor jedem Einsatz legten alle Warnwesten an. Danach gab es eine kurze Einführung: Warum steht der Zaun dort? Was ist die Aufgabe der Gruppe? Wie geht man vorsichtig mit den Tieren um? 

Ein wichtiger Teil der Arbeit war das Protokoll. Die Teilnehmenden notierten Anzahl, Art und Geschlecht der Tiere. So lernten sie auch, Erdkröten, Teichfrösche und Teichmolche genauer zu unterscheiden. 

217 Tiere während der Einsätze gerettet 

Unsere BFB-Teilnehmenden konnten an ihren Einsatztagen über 200 Tiere retten, darunter 180 Erdkröten, 7 Teichfrösche und 30 Teichmolche. Insgesamt kontrollierten sie bis Ende April mehr als 350 Fallen. Über beide Fangzäune am Postfenn und an der Havelchaussee konnten nach der Auswertung des Projekts rund 3.200 Erdkröten geschützt werden.

Wissen weitergeben 

Besonders wertvoll war, dass eingearbeitete Teilnehmende ihr Wissen direkt an andere weitergeben konnten. Sie erklärten Aufgaben, zeigten Abläufe und unterstützten neue Gruppen bei der Kontrolle der Fallen. Damit wurde aus dem Naturschutzeinsatz auch ein Lernangebot. 

Die Teilnehmenden arbeiteten draußen im Grunewald, übernahmen Verantwortung und erlebten, dass ihr Einsatz einen konkreten Nutzen hat. 

Naturschutz mitten im Alltag 

Der Amphibienschutz verbindet viele Dinge, die für die Mosaik-Kiezhilfe wichtig sind: Arbeit im Sozialraum, praktische Aufgaben, gemeinsames Lernen und Verantwortung für die Umwelt

Und manchmal beginnt Teilhabe ganz konkret: mit einer Warnweste, einem Protokollbogen und der Frage, ob man sich traut, eine Erdkröte vorsichtig in die Hand zu nehmen.

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Teilnehmer der Mosaik-Kiezhilfe an der Havelchaussee im Grunewald bei der Rettung von Kröten
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Kontrolle einer Falle
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Zwei Teilnehmen kontrollieren die Fallen an Fangzaun im Grunewald
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Dokumentation eines gefundenen Molchs ins Protokoll
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Kontrolle einer Falle
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Teichmolch auf der Hand eines Teilnehmers
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Kröte auf der Hand eines Teilnehmers
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Mosaik-Kiezhilfe im Einsatz - in im Grunewald beim Amphibienschutz

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Thomas Franke

Bereichsleiter BFB

030 220 668 801
t.franke@mosaik-berlin.de

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