Mosaik-Geschäftsführer Frank Jeromin beim Erntedankfest des Ökohofs Kuhhorst in 2025 Kuhhorst

Ein Leben für Mosaik: Geschäftsführer Frank Jeromin schaut zurück – und nach vorn

27. Februar 2026

Lesedauer: 6 Minuten 

Im Jahr 2025 ist Mosaik 60 Jahre alt geworden. Anlass genug, Menschen zu porträtieren, die seit vielen Jahren im Unternehmen wirken. Über den langjährigsten Werkstattbeschäftigten bei Mosaik, Thomas Müller, der im Gärtnerhof Charlottenburg arbeitet, haben wir kürzlich berichtet – ebenso über die Mitarbeiterin mit der längsten Dienstzeit, Agnes Lichtenberg. Sie ist Gruppenleiterin in Spandau und seit 1986 bei Mosaik. Unser heutiges drittes Porträt gilt Frank Jeromin, der ebenfalls seit fast 40 Jahren im Unternehmen tätig ist, als Geschäftsführer die Geschicke von Mosaik über viele Jahre mitbestimmt hat und weiterhin für Teilbereiche Verantwortung trägt.

Aus dem Mosaik Magazin 2025/2 zum 60-jährigen Jubiläum von Mosaik

 

Frank Jeromin wirkt entspannt. Es ist Mitte November. Gerade kommt er aus dem Urlaub. Auf La Palma war er, um zu wandern – wie auch schon in den vergangenen Jahren. Mehr Freizeit, das ist ein Wunsch von ihm für die kommende Zeit. Damit im Garten seiner Wohnung in Kuhhorst das Laub im Herbst nicht liegen bleibt. Dort, in seiner Zweitwohnung, verbringt er gern die Wochenenden. Und er hat dort immer ein offenes Ohr für die Beschäftigten und Mitarbeitenden.

Denn Frank Jeromin ist Geschäftsführer des Ökohofs Kuhhorst – wie auch des Inklusionsunternehmens Mosaik-Services und des heutigen Wohnträgers Das Mosaik e. V., der Urzelle des Unternehmens. Die Gesamtgeschäftsführung hat er im Sommer an seinen ehemaligen Referenten Jan Ballerstädt übergeben: nach zwölf intensiven, ereignisreichen Jahren, in denen er dazu beigetragen hat, einen der größten sozialen Träger in Berlin nach einer turbulenten Zeit zu stabilisieren und weiter auszubauen. 2000 Menschen mit und ohne Behinderungen arbeiten heute bei Mosaik, dessen Wahlspruch „Jeder ist ein Teil des Ganzen“ Tag für Tag mit Leben erfüllt wird.

„Es war nie unser Ziel, dass wir das größte Unternehmen dieser Art werden“, betont Frank Jeromin, „aber wir wollten ein möglichst breit gefächertes Angebot für Menschen mit Behinderungen – und vor allem für diejenigen, die weniger leistungsfähig sind und bisher gar keine Möglichkeit zum Arbeiten hatten – schaffen.“ So entstand der Beschäftigungs- und Förderbereich (BFB). Heute ist die Mosaik-Berlin gGmbH der größte Anbieter dieses Angebots für Menschen mit komplexen Behinderungen in der Hauptstadt.

Gern erinnert sich Frank Jeromin an seine eigene Zeit als Referent des damaligen Mosaik-Geschäftsführers Dr. Hans-Joachim Peters – daran, wie sie zusammen das moderne Mosaik-Konzept entwickelt haben, das Inklusion schon gedacht und auf den Weg gebracht hat, als der Begriff noch kein allgemeines Sprachgut war. „Dr. Peters hatte die Vision, ich habe die Mittel beschafft“, sagt Frank Jeromin und lächelt.

Image
1997 - Frank Jeromin auf dem Erntedankfest in Kuhhorst
Image
2005 - Frank Jeromin beim Festakt zum 40. Jubiläum von Mosaik
Image
2015 - Frank Jeromin schneidet auf der 50-Jahr-Feier von Mosaik die Torte mit an
Image
2020 - Frank Jeromin und Bereichsleiterin Beate Pfau nehmen den Berliner Inklusionspreis für Mosaik-Services entgegen
Image
2025 - Frank Jeromin im Charlottchen
Image
2025 - Frank Jeromin mit Frank Schneider bei der 60-Feier von Mosaik im Charlottchen

Frank Jeromin kam 1987 zu Mosaik – nach Abschluss seines Studiums der Sozialwissenschaften und nach zwei Jahren im Begleitenden Dienst bei den Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung GmbH (BWB). Bei Mosaik führte er diese Tätigkeit zunächst fort, im Askanierring in Spandau, der bis heute größten Mosaik-Werkstatt. Von dort wechselte er in die Zentrale – damals noch in der Tauentzienstraße unweit des KaDeWe.

Bereits 1989 begann die direkte Zusammenarbeit mit Dr. Peters, und so entstand das Schema der Stufen-Integration, das Mosaik auszeichnet. Es beginnt bei niedrigschwelligen Angeboten im BFB. Es gibt die klassischen Werkstattarbeitsplätze mit ihren höchst vielfältigen, teilweise von der Industrie geprägten Einsatzmöglichkeiten. Dem ersten Arbeitsmarkt bereits stark angenähert sind die Inklusionsbetriebe in Gastronomie und Handwerk, wo die Beschäftigten nach Tarif bezahlt werden.

Von den Werkstätten und Inklusionsbetrieben aus kann es für die Beschäftigten in den allgemeinen Arbeitsmarkt gehen – immer verbunden mit der Möglichkeit, zurückkehren zu können in den geschützten Arbeitsbereich von Mosaik. „Das ist sehr wichtig für die Sicherheit der Menschen. Das ist für viele entscheidend, damit sie den Sprung wagen“, sagt Frank Jeromin. Über 100 Werkstattbeschäftigte hat Mosaik bereits in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt, ergänzt er. Und er führt aus, warum das nicht für alle möglich ist: weil es die passenden Angebote in der freien Wirtschaft nach wie vor nicht gibt.

Bei Mosaik steht der Mensch im Vordergrund. Darauf legt Frank Jeromin Wert: So beeindruckend die Werkstätten und Inklusionsfirmen von Mosaik sein mögen, sie sind kein Selbstzweck, sondern dienen den Menschen, die darin beschäftigt sind. Wo immer es Bedarf gibt, wo Wünsche nach Veränderung und Weiterentwicklung auftreten, versucht man, diesen gerecht zu werden. Dabei entstehen viele individuelle Lösungen und Lebenswege innerhalb des Unternehmens – und es kommt häufig zu sehr langfristigen Beschäftigungsverhältnissen, auch auf der Seite der Mitarbeitenden.

Seit fast 40 Jahren ist Frank Jeromin inzwischen bei Mosaik und zählt damit zu den Dienstältesten. Und was kommt nun? Sein Vertrag läuft bis Anfang 2027, ab dann wird er mehr Zeit für seine Hobbys haben: Wandern, Kegeln, Kochen, Gärtnern. Und er denkt darüber nach, Mosaik weiter in beratender Funktion zur Seite zu stehen, die zukünftige Entwicklung noch für eine Zeit zu begleiten und mit seinen vielen Verbindungen beim Brückenbauen in die Berliner Verwaltung und Politik zu helfen.

Denn die Entwicklung ist nie abgeschlossen. Die Vision, mit der Dr. Hans-Joachim Peters und Frank Jeromin das heutige Mosaik geformt haben, trägt in die Zukunft – für weitere 60 Jahre oder mehr?

 


 

Möchten Sie mehr erfahren?

Mosaik Magazin (PDF)

Geschichte von Mosaik

Über den Autor

Thomas Hocke schreibt, seit er als 13-Jähriger seine ersten Kurzgeschichten ausprobierte, und arbeitet seit vielen Jahren regelmäßig an Texten. Er leitete eine Online-Schreibgruppe, veröffentlichte über mehrere Jahre Kurzgeschichten und nimmt bis heute an Schreibprojekten teil. Außerdem betreibt er ein privates Weblog zu Politik und Kultur. Nach einem Berufswechsel in die Öffentlichkeitsarbeit arbeitet er seit 2025 bei Mosaik und ist Teil unseres Blog-Teams.

Haben Sie Fragen?

Kontaktieren Sie uns gern!

Alexandra Lange

Leitung Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

0177 68 10 729
presse@mosaik-berlin.de

Portrait